„Er hat mich einfach nicht mehr glücklich gemacht“ gehört zu der Kategorie Sätze, die ich zu oft in meinem Leben gehört habe, und nervt mich fast so sehr wie „Dieser Schokoladenkuchen hat 3000 Kalorien“. Aber zurück zum Anfang: Wieso Partner nicht die Pflicht haben, einander glücklich zu machen.

Oktober 2016. Eine Freundin schreibt mir eine Whatsapp-Nachricht, die ich erst nicht ernst nehmen kann, weil ich sie schon zu oft gelesen habe: „Ich glaube, ich trenne mich von ihm. Er macht mich nicht mehr glücklich.“

Und ja, sie hat es getan, nach sieben Jahren Beziehung und mindestens einmal im Monat „Ich weiß auch nicht, ob ich das noch will“ hat sie sich dagegen entschieden, obwohl sie wahrscheinlich noch immer nicht genau weiß, ob sie das will oder nicht oder doch und überhaupt, seit wann sind Entscheidungen so schwer geworden?

 

Generation Y hat viel verlernt

Ich habe das Gefühl, meine Generation ist so eine Art Selbstexperiment, von dem jeder weiß, der in meiner Zeit geboren wurde, aber keiner redet darüber und die wenigen, die es anscheinend verpasst haben, werden es auch niemals erfahren. Es ist wie eine Art unausgesprochener aber existenter Pakt, den ich nicht kenne, aber immer öfter bei meinen Freunden, Bekannten und Bekanntenbekannten beobachte: Wie kann man am wenigsten Verantwortung für das spaßigste Leben überhaupt übernehmen?

Dadurch, dass wir mittlerweile alle ohne nennenswerte Probleme wie Krieg, akutes Hungerleiden oder Mauer-mitten-im-Land aufgewachsen sind und uns schon im Kindergarten das „Du kannst alles sein und alles schaffen“ Mantra eingeprügelt wurde, haben sehr viele Menschen verlernt, was es eigentlich heißt, Verantwortung zu übernehmen. Das fängt schon bei Kleinigkeiten an, wie die Frage danach, wer die Milch in der WG kauft – und nach zwei Wochen ist noch immer keine da, weil jeder dachte, „der andere macht das schon“.

Wie kann man am wenigsten Verantwortung für das spaßigste Leben überhaupt übernehmen?

Und so sind wir alle nur noch Freelancer, aber bitte mit überdurchschnittlich gut bezahlten Aufträgen, denn wir sind alle schrecklich einzigartig mit unseren genormten Sneakers, Designertaschen und Michael-Kors-Uhren, während wir mittags im Starbucks am MacBook sitzen und hochkonzentriert unseren Doppel-Espresso-Soja-Latte trinken. „Wir sind es uns wert“, und „es“ heißt in diesem Falle „alles“, denn: Man gönnt sich ja sonst auch alles!

Wir können und wollen alles haben, was Spaß macht, denn das ist unser Leitmotiv. Arbeit muss Spaß machen, sonst ist es der falsche Job, Beziehungen müssen Spaß machen, sonst ist es der falsche Partner und wenn dir dein Leben generell nicht nur Spaß macht, dann wanderst du eben aus, ist ja auch kein Problem.

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Es wird erst zu einem Problem, wenn all die vergnügungssüchtigen und freiheitsliebenden Menschen abends alleine im Zimmer in Berlin-Mitte sitzen und aus dem Fenster gucken mit einer Flasche Club Mate, und sich vielleicht mal fragen, wie es den Großeltern geht, die schon so lange zusammen sind und irgendwie immer für einen da.

Wenn dir dein Leben generell nicht nur Spaß macht, dann wanderst du eben aus, ist ja auch kein Problem.

Die Diagnose lautet: „Das war eben eine andere Zeit““ Das stimmt, aber nicht die Menschen waren anders, sondern die Werte. Wir wollen, dass unsere Beziehung Spaß macht, und genau deswegen führen wir keine mehr – denn Spaß machen Beziehungen in den seltensten Fällen. In den ersten 18 Monaten sind wir berauscht von Endorphinen, die wir uns sonst nur beim dreitägigen Feiern im Berghain reinknallen, und denken, „Das ist er!“, doch eigentlich ist niemand „ES“, wenn wir ihn nicht dazu machen. Manche Dinge sind nicht dazu gemacht, „einfach einfach zu sein“, denn zwischenmenschliche Beziehungen verbunden mit tiefen Gefühlen sind das Komplizierteste, was man sich vorstellen kann.

Und genau das ist das Problem dabei, denn alle denken von sich, sie sind besser als ihr Gegenüber. Auf diesem Glaubenssatz basieren inzwischen Freundschaften wie auch Beziehungen. Ich höre immer den gleichen Satz von jungen Mädchen „Er hat dich nicht verdient, du bist besser als er!“ und frage mich dann, worin sie besser ist, wenn sie doch gerade erst 20 ist und noch nicht viel geleistet hat, außer in der Schule und in der Uni und vor Facebook zu sitzen.

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Diese Befeuerung durch ständige Motivationssprüche versperren uns die Sicht auf das Essentielle, wie zum Beispiel: sich selbst in Frage zu stellen, anstatt den Partner, die Freundin, und wenn es sein muss auch die ganze Welt. „Ich gegen den Rest der Welt“ wurde Mainstream und anstatt es „just zu doen“ rennen alle weg, dem Sixpack entgegen, weil niemand mehr einen Partner hat, mit dem man samstagabends auf der Couch liegen und Pizza essen kann. Wir wollen immer schöner, erfolgreicher und besser sein, doch niemand weiß, wofür.

 

Warum dein Partner dich nicht glücklich machen muss

Wir denken die ganze Zeit, dass die Welt uns was schuldet, weil wir einzigartig und sehr, sehr wichtig sind. Und unser Partner gehört dazu – er soll uns glücklich machen und uns Dinge kaufen, die uns noch glücklicher machen und uns gerecht werden. „Weil wir es uns wert sind.“
Aber der Partner muss erstmal gar nichts. Eine Beziehung ist etwas, was das Leben noch schöner machen soll. Und glücklichER, aber nicht glücklich. Kein Mensch hat die Pflicht, jemandem etwas zu geben, was er selbst nicht schaffen kann.

Wenn man unzufrieden mit der Gesamtsituation ist – ein Dauerzustand – dann sucht man sich erst einmal jemanden, der daran Schuld sein kann – außer man selbst. Und dann gucken wir auf unseren Partner, der nichtsahnend und vor allem unschuldig neben uns auf der Couch sitzt und aus uns platzt ein „Früher war aber mehr Romantik“ / Du interessierst dich gar nicht für mich! / Du gibst dir ja gar keine Mühe, mich glücklich zu machen!“ heraus. Das große Problem dabei ist, dass wir das selbst glauben: Dass der Partner in irgendeiner Weise irgendetwas tun muss.

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Aber Liebe ist keine Bringschuld. Liebe ist Geben, aber nicht nehmen wollen. Liebe ist so schön, weil sie selbstlos ist. Wir lesen Utopie in Büchern und fordern sie in der Realität ein – nicht nur, weil wir es schön finden, sondern weil wir mittlerweile der Meinung sind, dass uns genau das zusteht. Jemanden, der uns vergöttert, während wir selbst nur vergöttert werden wollen. Wir wollen passive Bewunderung und wenn wir diese nicht erhalten, suchen wir uns eben denjenigen, der sie uns entgegenbringt. Für die nächsten zwei Jahre.

Liebe ist keine Bringschuld.
Liebe ist Geben, aber nicht nehmen wollen.

Wir springen von Vorstellung der großen Liebe zu Vorstellung der großen Liebe, bis wir irgendwann zu alt zum Springen sind und auf all die Chancen zurückblicken müssen, die wir gekonnt ignoriert haben. Wir wollen zu viel und geben zu wenig, wir sind selbst unser größtes Projekt und haben keine Zeit mehr, auf andere einzugehen und nach ihren Bedürfnissen zu fragen. Und selbst wenn wir sie kennen würden, wir hätten neben unseren eigenen einfach keine Zeit dafür.

Ein Satz, der mich noch glücklicher machen würde, als dass Schokoladenkuchen eben doch keine 3000 Kalorien hat, wäre anstatt „Er hat mich nicht mehr glücklich gemacht.“ eine an den Partner gerichtete Frage: „Wie kann ich dich heute glücklich machen?“ Sich ein bisschen mehr auf andere konzentrieren. Nicht nur sich, sondern sich zusammen verwirklichen. Geben macht glücklich.

(Und Schokoladenkuchen).

 

Bilder: Unsplash

 

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Generation Y – ein Appell  |   Weit mehr als „Nicht nur eine Lösung parat haben“!

Written by Tara Wittwer

Tara ist Wahlberlinerin, Wahlantidiäterin, mag Pizza und Ponies. Sie schreibt gerne zu lange Texte über zu tiefe Gefühle, behauptet aber felsenfest, Vorzeigemisanthrop zu sein. Deswegen schreibt sie sonst auch gerne auf ihrem Fäschnbloooog über Stil und Co.

93 comments

  1. Der Artikel wurde im Oktober 2016 veröffentlicht? Ich frage mich ob die Autorin Michael Nast ganz bewusst plagiiert oder ob die teilweise sehr bekannten Text stellen einfach Zufall sind und ihr seelenverwand seid?

  2. Die Sprache ist zwar für 12 jährige und wahrscheinlich der Konzentrationstoleranz des hiesigen Leser*innenkreises angepasst, aber der Text beschreibt den Status Quo doch recht eindrücklich.

    Da wir heute in einer Situation der Gleichzeitigkeit des Unzeitgleichen leben, finden wir viele unterschiedliche Lebensweisen mit vielen unterschiedlichen Arten der untersubjektiven Verbindungspflege. Dass im späten Kapitalismus (in welchem unser Kulturkreis sich heute befindet) unsere Gesellschaft aus einer loosen Ansammlung von „Monaden“ bestehen würde, das hat Jürgen Habermas schon in den 80ern vorausgesagt.

    Die Generation Y ist somit Opfer ihrer Zeit. Die Rechnung für die kollektive Anpassung an die verantwortungslose Zwanglosigkeit als übergeordnetes Konsumprinzip wird schon bald kommen. Das möchte man mit Mitte 20 natürlich noch nicht ahnen wollen: Selbstverwirklichung ist nicht nur kurzlebiges Konsumgut, sondern auch ein Gift, dass in ein paar Jahren zu einer Konjunktur präventiv-psychotherapeutischer Maßnahmen im suizidalen Kontext führen wird.

    Wer in diese Materie tiefer einstiegen will, dem/der sei das Buch des Soziologen und Systemtheoretikers Niklas Luhmann über die Liebe empfohlen. Dort steht ein Satz geschrieben, der den vorliegenden Text in ein paar markanten Worten zusammenfasst:
    „Die durchschnittliche Partnerwahl passiert heute nach dem Prinzip Validierung der Selbstdarstellung“.

    1. Lieber Herr Speziman,

      der Autorin zu unterstellen, ihre Sprache sei für 12-Jährige, halte ich für unangebracht. Gut schreibt (zumindest wenn es um journalistische Texte geht), wer einfach und verständlich schreibt. Wer gerne über die „Gleichzeitigkeit des Unzeitgleichen“ oder über „präventiv-psycho-therapeutischen Maßnahmen im suizidalen Kontext“ schreibt, liest sich selbst gerne. Die Leserschaft wird es ihm/ihr aber nicht danken. Aus demselben Grund unterstelle ich auch den meisten Wissenschaftlern, dass sie nicht gut schreiben können. Ein Text ist nicht „gut geschrieben“ (oder „für Erwachsene geschrieben“), wenn man sich beim Lesen durch eine Aneinanderreihung von Schachtelsätzen und Fremdwörtern quälen muss.

      Ihren Wunsch nach wissenschaftlicher Präzision kann ich dennoch verstehen.

      In diesem Sinne: gut geschrieben, liebe Autorin!

    2. Ich denke dieser Artikel der NZZ beschreibt sehr gut, was gerade mit diesem Kommentar von Herrn Speziman bezweckt werden sollte.

      http://www.nzz.ch/feuilleton/ende-des-intellektuellen-narzissmus-vorsicht-tiefsinn-ld.139931

      Während ich selber ein hoher Fan von vorallem juristisch präziser Sprache bin, so muss ich Matthias H. zustimmen. Tiefsinnige Sprache, einfach weil man sich intelligenter als der Durchschnittsbürger darstellen will, ist absurd.

  3. Keine Ahnung, wieso ich hier gelandet bin. Das tauchte einfach in meinem News-Feed auf.

    Habs in der Ubahn gelesen und muss sagen: Selten, wirklich ganz ganz selten, findet man so einen unglaublich gut geschriebenen Artikel wie deinen. Er hat Flow, er liest sich unglaublich geschmeidig, er unterhält. Ich bin absolut begeistert von deiner Schreibe. Mein Like hast du direkt kassiert. Das ist Qualitätsarbeit auf so hohem Niveau wie es selten in der Bloglandschaft vorkommt. Chapeau und weiter so!

    Was den Inhalt angeht: Kann ich dir nur zustimmen.

  4. Ob ihr es glaubt oder nicht vor einigen Jahren befand ich mich ganz genau in einer solchen Lage. Aussehen, Erlebnisse und das allgegenwärtige Gefühl „Ich will etwas anderes, etwas besseres und das kann es noch nicht gewesen sein“. Einfach schrecklich!
    Ich wusste nicht was wirklich wichtig ist und habe alles auf meinen Partner geschoben.
    Ich habe ihn mit Kälte und Rücksichtslosigkeit gestraft. Dabei lag alles an mir selbst.
    Gerade noch rechtzeitig erkannte ich wieso ich mir selber verboten habe den wichtigsten Menschen in meinem Leben zu lieben. Mein Partner hat mich verstanden, mir mit ganzem Herzen zugehört und war obendrein noch unglaublich stolz auf mich, meine letztendliche Einsicht und mein bodenständiges Denken. Ich habe mich ziemlich geschämt.
    Seitdem ich endlich ICH bin liebe ich mein Leben. Ich bin sehr sehr glücklich mit meinem Leben und allem was dazu gehört.
    Für alle wirren Geister da draußen: Traut EUCH zu dem KLICK in EUREN Köpfen!

  5. Ob ihr es glaubt oder nicht aber vor einigen Jahren als ich noch jung und dumm war habe ich genau diese Ansicht was die Liebe und das Leben betrifft von alleine erkannt.
    Seitdem führe ich eine tolle Partnerschaft und bin sehr glücklich.
    Es muss nur einmal KLICK im Kopf machen 😉

    1. .. ich bin mir nicht sicher ob „als ich noch jung un dumm war“ meine Sichtweise widerspiegelt. Darf jeder denken wie er will.

      Ich für mich denke, ich habe es nicht besser gewusst, nicht besser gekonnt… und ja, das was ich dachte und machte, darstellen wollte und meiner Umwelt angetan habe, das war nicht gut. Ich bitte um Vergebung.

      Auch bei mir hat es KLICK gemacht.

      Nach meiner Erfahrung macht es aber erst dann KLICK wenn man etwas ändern muss. Wenn man zum Beispiel einen „ordentlichen Arschtritt“ vom Leben bekommt. Das ist kein Schaden, es kann etwas sehr positives sein. Das Leben will damit sagen WACH AUF!

      Was nach dem KLICK noch wichtiger ist für mich: Es macht nicht nur 1x KLICK und dann ist man erleuchtet. Es passiert immer mal wieder. Es gilt achtsam zu sein und immer mal darüber nachzudenken ob ich nicht auch jetzt immer noch „jung und dumm“ bin. In einzelnen Teilaspekten zumindest. Denn meine größte Dummheit damals war doch zu glauben ich könnte und wüsste schon alles. Das versuche ich mittlerweile zu vermeiden. Alles andere folgt zwangsläufig…

  6. Alles richtig. Aber irgendwann macht es einen nunmal unglücklich stets zu geben, alles was einem möglich ist und den Partner erfreut- aber nie auch nur ein kleines etwas zurück zubekommen. Daher wohl der Spruch „Er macht mich nicht mehr glücklich.“. Und wenn dann nach einem hoffnungsvoll geführten Gespräch weiter nichts vom Partner kommt, man sich also völlig überflüssig und unbenötigt fühlt, ist der letzte Schritt das Ende der Beziehung. Zu Recht.

  7. Soooo einfach ist das alles nicht ,aber doch Sooo einfach :-) der Beitrag ist ein bisschen ..Naja .. man muss halt jemanden finden der auf der gleichen ebene ist ….und für tiefe Verbundenheit auch ein bisschen seiner ach so geliebten “ Freiheit“ die in Wahrheit doch nur für andere Aufgesetzt ist um wieder geliebt zu werden weil man es selber nicht kann aufgeben … maby :-)

  8. Mhm, ich sehe das anders! Ich bin unendlich dankbar dafür, heute in einer Zeit leben zu dürfen, in der Beziehungen die nur noch Energie kosten und schmerzhaft sind, beenden zu können. Frei zu sein, jederzeit meines Lebens neu starten zu dürfen und mich weiterentwickeln zu können, empfinde ich als wundervoll.

    1. Beziehungen kosten immer Energie, sie sind Arbeit.
      Rumhurerei-Prinzesschen, die schon so viele Penisse in sich hatten, haben verlernt zu lieben. Waren früher die Ausnahme und heute die Regel. Sterben aber aus, weil sie nicht in der Lage sind, funktionierende Familien zu gründen. Zum Glück.
      Du bist selbstsüchtig und zerstört damit andere. Du bist ein gefährliches Raubtier und gehörst öffentlich eingesperrt zur Mahnung an andere, die durch Rumhurerei so werden könnten wie du.

    1. egal ist es schon, klar. Aber was falsch oder richtig ist solltest du selbst entscheiden. Alles wirst du sowieso nicht machen können. Da fehlt dir die Zeit, bevor du stirbst.

  9. Klärt diese Frage
    von
    allen vier Seiten
    oben und unten
    innen und aussen
    horizontal und verdikal
    im Kopfstand
    stehend und liegend
    fliegend und unter Wasser
    auf einem hohen Berg oder in der Wüste
    essend und hungernd
    wach oder schläfrig
    gesund oder krank
    gesellig oder einsam
    lebendig oder nicht mehr da
    wieso
    weshalb
    warum
    wie
    wer
    was
    wo
    wieviel
    wenn Ihr zu all diesen Fragen eine Antwort findet
    habt Ihr Eure Antwort gefunden
    Die Reihenfolge ist egal,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,
    Viel Spass ;-D

  10. Der Artikel ist sehr gut ge-und beschrieben.
    Quintessenz des ganzen ist doch, immer höher, schneller, weiter, besser als alle anderen sein zu MÜSSEN.
    So wird es uns von der Gesellschaft und den Medien suggeriert und viele nehmen diesen Ball dankbar auf und richten ihr Leben danach aus und verlieren dabei das Wesentliche aus dem Blick.
    Vor einiger Zeit habe ich einen Song darüber geschrieben, der genau solche Lebenssituation beschreibt und vllt auch ein wenig zum Nachdenken anregt.

    wer mag, kann ja mal reinhören und ein feedback hinterlassen:
    https://www.youtube.com/watch?v=epaugdV1mmo

    Ich kann der Generation Y nur raten: Lasst Euch nicht zum Spielball der Gesellschaft machen. Man muss nicht IMMER der BESTE, SCHNELLSTE etc. sein, nur weil alle anderen der medien zu Folge nix taugen

  11. Hallo, ich bin mit meinen 45 Jahren wohl schon ein wenig älter, bin hier aber über diesen Artikel gestolpert und wollt gerne dazu etwas anmerken. Ich sehe das nämlich ein wenig anders: Die heutige Generation vergisst vor lauter Wohlstand und dem Irrglauben, einfach alles kaufen oder anderseitig bekommen zu können, das so romantische Vorstellungen wie ewige Liebe nur einen kleinen Teil von dem ausmachen, was eine Beziehung zusammenhält. Die wenigsten Ehen basierten früher auf reiner Liebe sondern waren oft auch Zweckverbindungen. Es war wichtiger, etwas gemeinsam aufbauen zu können als jeden Tag Schmetterlinge im Bauch zu haben. Wie oft haben sich unsere Eltern gestritten, aber dann doch weitergemacht, weil man das Erreichte nicht aufgeben wollte. Da nun die heutige Generation in den Wohlstand hineingebohren wird, hat sie es oft nun nicht mehr nötig, etwas aufbauen zu müssen und so fehlt vielen schlichtweg die Motivation, an einer Beziehung auch dann zu arbeiten, wenn einmal nicht die Sonne scheint.

    1. Vielen lieben Dank für diesen Hinweis! Die Verantwortlichen haben jetzt einen Link auf unsere Seite gesetzt – danke für Deine Argusaugen, lieber Jürgen!

  12. Ich stimme der Autorin in manchen Sachen zu aber nicht alles, kann man so stehen lassen: Lieben bedeutet nicht nur geben, sondern gegenseitiges respektieren, Beziehungen jeglicher Art sind ein Geben und Nehmen, Beziehungen sollten im Gleichgewicht bleiben in diesem Geben und Nehmen System. Außerdem ist jeder Mensch etwas besonderes, jeder Mensch ist einzigartig, das Problem ist, wir glauben, das sei der Grund dafür, dass wir keine Verantwortung tragen müssten, ganz nach dem Motto: „Ich bin Rockstar, ich hab Geld und deswegen gehört mir die Welt“… aber man muss nichts dazu tun, um etwas Besonderes zu sein, man ist es einfach, menschliches Leben ist etwas Besonderes, aber dazu zählen sowohl die negativen als auch die positiven Seiten und wir müssen erkennen, dass nicht nur wir selbst etwas Besonderes sind, sondern alle, die das Leben anderer und deren Besonderheit respektieren. Und die frühere Generation, sollte man meiner Meinung nach ebenfalls bedenken, hatte oft einfach nicht die Wahl und mussten sich auch mit Sachen und Beziehungen zufrieden geben, die ungesund waren…

  13. Ich finde den Artikel spannend, und ob er jetzt zutreffend oder überspitzt und unzutreffend ist soll jeder für sich entscheiden. Auf jeden Fall hat er zur Diskussion angeregt, was die vielen Beiträge beweist, und dies macht den Artikel noch spannender und zeigt uns (oder zumindest mir) verschiedene spannende Sichtweisen auf dieses viel diskutiere Thema.
    Danke allen :)

  14. Hallo Tara,

    ich kann deine Kritik an der Generation Y durchaus nachvollziehen. Dennoch finde ich sie ein wenig oberflächlich. Ein Absatz hat mir besonders gut gefallen:

    „Wir können und wollen alles haben, was Spaß macht, denn das ist unser Leitmotiv. Arbeit muss Spaß machen, sonst ist es der falsche Job, Beziehungen müssen Spaß machen, sonst ist es der falsche Partner und wenn dir dein Leben generell nicht nur Spaß macht, dann wanderst du eben aus, ist ja auch kein Problem.“

    Genau DAS. Ich weiß, die Ausführung im Text war ironisch gemeint. Doch es spiegelt genau das wider, was ich mir denke. Ich weiß, dass ich privilegiert bin, weil ich all diese Freiheiten habe. Ich nehme sie nicht als selbstverständlich. Doch ich genieße sie und versuche sie so gut es geht auszukosten.

    Du schreibst, dass die Generation Y keine Verantwortung übernehmen möchte. Abgesehen davon, dass ich nichts von Pauschalisierung halte, möchte ich dir etwas sagen: Ich übernehme jeden Tag Verantwortung – mehr als es vermutlich manch andere Leute tun. Ich übernehme Verantwortung für meine Taten und meine Worte, ich übernehme Verantwortung für meine Generation, ich übernehme Verantwortung für meine privilegierte Welt, indem ich versuche, all jenen zu helfen, die in ihrem Leben nicht so viel Glück hatten.
    Ich würde auch Verantwortung für eine Beziehung übernehmen, wenn ich eine hätte. Doch meine letzte Beziehung habe ich vor einem Jahr beendet, weil ich das Gefühl hatte, dass ich meinem Partner nicht so viel zurückgeben kann, wie er mir – nicht weil ER mich nicht glücklich macht, sondern weil unsere Beziehung nicht mehr gleichmäßig verläuft. Ich hätte im letzten Jahr oft die Möglichkeit gehabt, Beziehungen einzugehen. Doch jedes Mal dachte ich mir, ich kann ihm nicht so viel geben, wie er eigentlich Wert wäre. Deswegen habe ich es gelassen. Kann schon sein, dass die vorhergehenden Generationen längere Beziehungen hatten. Aber das muss nicht unbedingt damit zusammenhängen, dass sie mehr Verantwortung übernommen haben, sondern sich einfach trotzdem das genommen haben, was sie gebraucht haben, ohne es dem anderen zurückzugeben. Aus Statistiken heraus zu urteilen ist schwierig. Nur weil frühere Generationen eine niedrige Scheidungsrate aufweisen, heißt das nicht, dass sie „bessere“ Ehen führten – was auch immer das heißen mag.

    Und wie auch viele hier schon kommentiert haben: Man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Mag schon sein, dass es Menschen gibt, die andere für Ihr Glück verantwortlich machen. Ich tue das nicht. Und ich kenne genug andere Leute, die ebenfalls Selbstverantwortung für Ihre Taten übernehmen. Also bitte nicht mehr alle in eine Schublade stecken das nächste Mal. Danke

  15. Lieben ist Geben ist sicher richtig aber nicht sich Aufgeben. Geben kann nur gegenseitig klappen. Man muss aber zwischen Mann und Frau unterscheiden. Natürlich sollte man sich nichts erwarten aber es geht auch nicht nichts zu bekommen. Was denn nun? Nun ja, Männer suchen Bewunderung und Frauen Sicherheit. Wobei beides nicht unbedingt in der einfachen Bedeutung des Wortes steckt. Bewunderung ist das Gefühl was Besonderes als Mann zu sein. Sicherheit ist nicht finanziell sondern, dass der Mann sich sicher ist in dieser Beziehung. Klingt wie ein guter Deal, Bewunderung gegen Sicherheit. Klappt auch mit dem Nachbarn …
    Leider führt das oft dazu, dass Männer die solide Sicherheit vermitteln irgendwann zu einem Möbelstück werden das einfach da ist und dem man diese Bewunderung nicht mehr zollen muss … weil ja sicher! Wie kann sich der Mann erwarten glücklich gemacht zu werden! Die Konsequenz ist, dass der Mann sich diese Bewunderung woanders sucht. Wenn der Mann aufhört diese Sicherheit zu vermitteln, egal warum, dann ist er der Böse weil Sicherheit ist ja ein moralisches Kriterium. Loyal und vertrauenswürdig bis der Tod uns scheidet. Bewundern bis der Tod uns scheidet steht aber nirgends. Männer lieben Frauen die sie Bewundern. Ein Mann der ehrlich bewundert wird geht selten woanders hin … und wenn doch dann tut er das von Anfang an und da sollte die Frau doch der Klügere sein und sich nicht erhoffen, dass sie den Mann ändern kann. Mag alles seltsam klingen, aber das ist die einzige Formel die ich bis jetzt auf jede Beziehung anwenden konnte. Hm, stimmt nicht, denn da gibt es noch jene wo eine Trennung einfach zu kostspielig, aufwendig, unsicher, kompliziert wäre … und dann arrangiert man sich. Für ein solides Elternhaus der Kinder ein verständlicher Kompromiss … darüberhinaus einfach selbstzerstörerisch.

      1. Max, wenn du irgendwann, so wie ich, 25 Jahre verheiratet und fast 30 Jahre mit der selben Frau zusammen bist, dann wirst auch du den Sinn von diesem Text verstehen.

    1. Gewagt, gewagt, diese geschlechterspezifischen Aussagen. Wenn überhaupt, könnte man behaupten, es gibt MENSCHEN, die sich Sicherheit wünschen und MENSCHEN, die gerne bewundert werden. Letzteres kritisiert der Text aber sogar: „Jemanden, der uns vergöttert, während wir selbst nur vergöttert werden wollen. Wir wollen passive Bewunderung und wenn wir diese nicht erhalten, suchen wir uns eben denjenigen, der sie uns entgegenbringt.“

      Am Rhein sagen wir: Jeder Jeck is anders. Das bezieht sich auf Mann und auf Frau und auf das Gebot der Toleranz. Passt auch zur Liebe. Sollte überm Standesamt hängen.

    2. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Es hat mir geholfen das Wesentliche in der Beziehung zwischen Mann und Frau zu begreifen und innerlich anzunehmen.
      Aus der Sicht einer Frau stimme ich Ihnen voll und ganz zu! Rückblickend auf meine langjährige Beziehung, welche in den letzten paar Jahren eine negative Wendung genommen hat, weiss ich auch, woran es gemangelt hat.
      Könnten Sie die von Ihnen genannte „Begeisterung“ näher Beschreiben?
      Meiner Meinung nach der Wunsch nach stetiger „Begeisterung“ gleicht einem Wunsch, dass jemand uns glücklich macht. Wie sehrn Sie es? Wo sehen Sie den Unterschied?
      Beide (Mann und Frau) sind tatsächlich vom Grund auf andersartige Wesen. Allen Frauen, welche wie ich, die Beziehungs- Welt manchmal nicht mehr verstehen, empfehle ich sehr die Vorträge und Bücher zum Thema Beziehung (und nicht nur) vom Veit Lindau und insbesondere die dvd „Bedienungsanleitung für ein Mann“ 😉

  16. und genau deswegen kommen keine Beziehungen mehr zustande, weil alles bevor es auch nur Anfängt gleich zu tode Diskutiert wird, keiner mehr fähig ist oder Fähig sein will, einfach nur den anderen in seiner Meinung und evtl einfach nur so zu Akzeptieren wie er/sie ist und was er/sie sagt. Nein es muss immer wieder einer draufgesetzt werden und irgerndeiner weiß es immer wieder besser.

    Totlangweillig Bedauernswert und ein Armutszeugniss mit Auszeichnung.

    1. Es kommen keine Beziehungen mehr zustande? Das ist doch ein bisschen – naja – Quark?!
      Menschen kommen zusammen, ziehen zusammen, heiraten jeden Tag.

    1. Der Artikel hat mich ein bisschen schockiert. Gibt es solche Menschen wirklich? Oder sind sie einfach jünger als ich und müssen sich erst zu den verkümmerten Werten, die uns die Marktgesellschaft vorlebt, positionieren?
      Ich bin 26. Frisch verheiratet mit dem Mann, mit dem ich seit bald 6 Jahren zusammen bin und schwanger im 10. Monat. Und im Moment sehr glücklich.

      Während meines Studiums hat jeder seine eigene Milch gekauft und wir haben immer gerne geteilt, wenn sie beim anderen einmal alle war. Ich hatte einen Mitbewohner, der hat nie abgewaschen. Ich hab das dann übernommen und weil er dann so ein schlechtes Gewissen hatte, hat er mich immer bei sich mitessen lassen – fand ich auch supi. Also ich finde, die Dinge regeln sich doch meist.

      Als Historikerin möchte ich davor warnen, die „alten Zeiten“ als die besseren zu betrachten. Das waren sie nur bedingt. Fremdgehen, (sexuelle) Gewalt in der Ehe, Diskriminierung von unterschiedlichsten menschlichen Erscheinungsformen – das alles gab es definitiv, man hat eben nur weggeschaut. Die Großeltern meines Mannes sind (aus Alternativlosigkeit?) immer noch zusammen, trotzdem er sie viele, viele Male betrogen hat. Nichtsdestotrotz sind sie ein nettes altes Paar. Probleme werden in dieser Generation nicht nach außen getragen. Das heißt aber nicht, dass es sie nicht gibt.

      In meiner Beziehung halten wir uns beide für nicht besonders attraktiv oder liebenswert und sind somit begeistert von unserem Gegenüber, das uns absolut toll findet. Also ich habe den für mich perfekten Partner gefunden.

      Und dass keiner mehr auf der Couch sitzt und Pizza isst, kann ich mir nicht vorstellen. Das wird vielleicht nirgendwo gepostet, weil es nicht angesagt ist, aber es wird definitiv gemacht.

      Mein Mann macht mich unheimlich glücklich. Er massiert meine Füße und macht Frühstück – also welche Frau/ welchen Menschen macht das nicht glücklich? Vielleicht werden diese Kleinigkeiten weniger in den Medien besungen, denn – daran verdient ja keiner was. Liebe ist Geben, aber auch Nehmen. Nur Geben ist schlecht. Nur Nehmen natürlich auch. Und wenn man in einer Beziehung nicht weiter weiß oder sie nicht so richtig funktioniert, dann muss man Wege finden – oder eben auch mal einen neuen Partner. Bestimmt zweifeln wir immer wieder in unserem Leben und Lieben, aber wenn es anhält, muss man tatsächlich etwas machen.

      1. achje carolin…jetzt hab ich lange überlegt wie ich diesen artikel kommentiere, aber bei dir steht tatsächlich schon alles drin !
        besten dank dafür..😊

      2. Danke Carolin.
        Ich sehe das genau wie Du. Wieso muss man verschiedene Generationen immer vergleichen, wenn die Umstände von heute und damals das Vergleichen eigentlich unmöglich machen? Texte wie diesen liest man immer wieder und ich denke mir beim Lesen immer – Ich kenne niemanden der so ist. Außer als ich Anfang 20 war. Aber da befinden sich viele noch in einer Findungsphase. Und das finde ich auch okay. Heute bin ich 30 und mein Freund und ich sitzen oft Samstag oder Sonntag auf der Couch und essen – vielleicht nicht Pizza – aber wir essen.

        1. @Anita: Ohje, ohje… Eine Schwangerschaft dauert normalerweise 40 Wochen bzw 9 VOLLE Monate. Befindet man sich IM letzten Monat, ist dies der zehnte, denn am Ende dessen, wären die 10 voll… Klar soweit? 😉

          @Carolin: Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

  17. Tut mir leid,

    aber ich kann den Enthusiasmus meiner Vorredner nicht teilen. Ich sehe nicht, worin sich dieser Artikel großartig von anderen dieser Art abhebt, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden. Es ist immer dieselbe Leier, die einem als großartige neue Erkenntnis und tiefschürfende Gesellschaftskritik verkauft wird: alles ist so kalt geworden; die Menschen zu oberflächlichen Hedonisten mutiert; niemand will sich mehr anstrengen; früher war alles besser.

    Für mich ist das Pseudo-Tiefsinn; eine Möchtegern-Gesellschaftkritik, die sich simplifizierender Anklage erschöpft, wobei die Beweisführung auf die üblichen Verdächtigen abstellt: den Soja-Latte, die Designerklamotten, den Laptop, der dekadenterweise ins Cafe mitgeführt wird.
    Vielleicht ist es das, was viele wollen – einfach mal schwarz auf weiß lesen, worüber sie sich täglich in Gedanken auskotzen. Den ganzen Frust mal in ein paar markigen Sätzen zusammengefasst sehen. Mir ist das aber ehrlich gesagt etwas zu wenig, um enthusiastisch Beifall zu klatschen. Inwiefern generieren solche Artikel einen Erkenntniszuwachs? Wem eröffnen sie neue Perspektiven? Wo findet eine wirkliche Auseinandersetzung mit Menschen; ihrer Natur; ihren Bedürfnissen statt?

    Auch in diesem Artikel werden, wie in den meisten seiner Art, die wirklichen Fragen gar nicht angeschnitten – allen voran diese eine, die einen doch förmlich anspringt: Wenn eine Beziehung eh nicht dauerhaft glücklich macht, überwiegend keinen Spaß bringt, warum soll es dann ein Problem sein, wenn „keiner“ eine hat (in meinem Bekanntenkreis sind übrigens 80% „keiner“, nur mal so am Rande)? Worin besteht der Mehrwert einer Beziehung in dieser Gesellschaft? Warum wird automatisch davon ausgegangen, dass jeder Mensch nach Paarbildung strebt? Welche Lebensform kann Menschen wirklich auf lange Sicht zufriedenstellen? Und letztlich, auch auf die Gefahr hin, damit selbst in Pseudo-Tiefsinn abzugleiten: Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es einen, außer nach Maximierung des persönlichen Glücks zu streben (unter Rücksichtnahme auf das Glücksstreben Anderer)? Liegt es nicht in der Natur des Menschen, so hedonistisch zu sein, wie die Umstände es zulassen?

    Und was ich wirklich nicht mehr lesen kann, ist dieses anbiedernd-vertrauliche „Wir“. Ich würde es mir ja gefallen lassen, würde ich mich durch den Artikel zutreffen beschrieben sehen. Aber dazu fallen zuviele Facetten dieses komplexen Themas unter den Tisch.

    Einem Punkt allerdings stimme ich zu: wer sich passiv lieben lässt, dem entgeht etwas Großes. Das wahre Glück – Ja, ich persönlich strebe nach Glücksmaximierung und stehe dazu! – liegt darin, selbst lieben zu können.

    1. Ich denke, eine gelingende Beziehung wäre so nicht treffend beschrieben, dass sie überwiegend keinen „Spaß“ macht oder nur mit Problemen verbunden ist. Nach einigen Jahren Ehe schätze ich, dass mich meine Frau ohne Bedingung liebt, dass ich ihr gegenüber nicht in irgendeiner Weise das Gefühl habe, ihr etwas beweisen zu müssen, dass wir Wünsche und Zukunftspläne gemeinsam schmieden, Nähe und Zärtlichkeit usw. usw. Ich könnte mir ein anderes Leben überhaupt nicht mehr vorstellen und habe den Eindruck, dass alle „Investitionen“ in die Ehe dagegen ein Klecks sind. Das gibt es bestimmt auch außerhalb von Beziehungen in guten Freundschaften – aber nach meinem Dafürhalten nicht in dieser Intensität. Das alles setzt jedoch wahrscheinlich voraus, dass man sich – wie in dem Text ganz schön beschrieben oder zumindest angedeutet – dem anderen wirklich ganz verschreibt und nicht jahrelang immer eine Hintertür offen lässt und Ausblick hält, wer der vielleicht bessere Partner sein könnte…
      Ich finde auch, dass hier die Frage nach dem Sinn auftaucht und ich meine auch, dass das mit der Frage nach dem Streben nach Glück verbunden ist. Aber ob das Glück schon in der Maximierung von Spaß liegt, scheint mir zweifelhaft zu sein. Spaß lässt in der Regel in seiner Wirkung nach und eine Steigerung der Spaßreize ist auch nur begrenzt möglich. Ich glaube, dass auf die Sinnfrage insgesamt nur eine religiöse Antwort denkbar ist. Keine Sorge, hier gibt´s jetzt keine Predigt, aber das Leben scheint mir andernfalls tatsächlich sinnlos zu sein und dein Hinweis auf eine hedonistische Glücksmaximierung der einzige, aber doch offensichtlich für den absoluten Großteil der Menschen zum Scheitern verurteilte Alternativvorschlag zu sein.

    2. Früher und heute:
      früher sind Paare mehr zusammen geblieben, weil sie auf vielen Ebenen abhängig voneinander waren; es war noch in den 60 er Jahren total normal zu heiraten, wenn man zusammenziehen wollte. Trennung hieß auch immer, neu anfangen mit allem (Wohnung, Freunde, Umfeld)
      Aber man hatte nicht den Anspruch, dass der andere einen glücklich machen muss.

      Ich denke, dass die extrem schnellen Trennungen heute, eine Gegenbewegung sind, gegen das erzwungene Zusammenbleiben früher. Von einem Extrem in´s Andere sozusagen.
      Hoffe wir finden die Mitte irgendwann.

    3. Hallo Kristina,
      also ich finde schon, dass eine Partnerschaft/Beziehung auch in heutiger Zeit erstrebenswert ist. Vielleicht liegt das Problem der heutigen Generation eher darin, dass man immer meint, dass alles 150% sein muss und nicht einfach auch mal 50-80%, was eher realistisch ist. Ich persönlich gehöre ja auch zu der Generation, weshalb ich mir durchaus ein Urteil erlauben darf. Ein Partner ist kein Objekt, was einem andauernde Glückseligkeit verschaffen soll, sondern jemand der mit einem das Leben (dazu zählen leider auch die Tiefen und Rückschläge) teilt. Er kann einem nicht bei allen Problemen helfen, aber das ist auch nicht seine Aufgabe. Wenn jemand also denkt, der Partner ist nur zum Glück da, der hat den Sinn einer Partnerschaft nicht verstanden. Es geht eher darum auf den anderen einzugehen und zu versuchen gemeinsam die schwierigen Phasen zu überstehen und die schönen gemeinsam zu genießen. Glückmaximierung ist daher der größte Schwachsinn den sich unsere Generation je hat einfallen lassen. Glück ist per Definition ein Momentum, was nicht dauerhaft sein kann. Man sollte eher zufrieden mit seinem Leben an sich sein und dann klappt es auch in der Partnerschaft.

    4. hallo kristina,
      dein niveau ist sehr hoch, vielleicht sogar zu hoch für das hier…schon mal überlegt eine regelmäßige kolumne, zur not auch einen blog oder etwas ähnliches zu machen ?

      asche auf mein haupt wenn es etwas derartiges schon gibt..

      grüßle aus schwaben 😊

    5. Geil, da bashst du auf den Text bzw. die Darstellung, es wäre ja so ein Standardtext und man könne es nicht mehr lesen… und schreibst dann selbst genau das, was ich auch schon zig mal zuvor gelesen habe. Dachte, du kämst jetzt da mit einer ernstzunehmenden Alternative.
      Den Inhalt habe ich zuvor auch schon gelesen. So what? Mir ist es passiert, dass ich vor 15 Jahren Texte gelesen habe und sie einfach nicht ankamen. Das kann mir dann später aber dennoch passieren – mit dem gleichen „Gesülze“. Jetzt lese ich den Text und denke mir, „Geil, das ist mal eine sehr ehrlich reflektierende, sachliche Kritik.“ – und als solche kann man sie auch gerne stehen lassen. Ich denke nicht, dass es Tara’s Intention war, einen wahrhaft preisgekröntes Meister-Epos zu schreiben… sondern einfach mal kurz eine Berichterstattung aus der persönlichen Zentrale.

      „…würde ich mich durch den Artikel zutreffen beschrieben sehen.“
      Und das ist möglicherweise, so vermute ich, der Punkt, worum es dir eigentlich geht. Aber du hättest jetzt in 19.472 Zeichen die Möglichkeit gehabt, etwas aus deiner Sicht zu schreiben, statt nur zu nörgeln.

  18. Super geschrieben. Genau auf den Punkt. Glück ist ein Sahnehäubchen, aber nicht Zweck und nicht ständig vorhanden. Leben besteht aus Auf und Ab – und eine Beziehung darin, dies zu teilen.
    Und nicht, die Entscheidung für den anderen jedes Mal zu revidieren, sobald die Schmetterlinge mal ne Runde schlafen oder die Glückskurve sich nach unten bewegt.

  19. …“doch eigentlich ist niemand „ES“, wenn wir ihn nicht dazu machen“….. SO EIN BLÖDSINN!

    Ich möchte niemanden zum „ES“ machen müssen.. entweder ist ER oder ist er nicht..
    Entweder ist DIE LIEBE oder ist die nicht.

    Für mich aus einem „ES“ zu machen ist EGOISMUS und BEQUEMLICHKEIT, nichts anderes..
    ****

    There are so many I could take to bed,
    So few I’d like to wake to all the while…
    And parting in the early morning, smile,
    And wave my hand farewell, and smile,
    And wait for news from them, and fret.

    And with so many, I could be just me,
    Drink coffee in the morning, talk, debate…
    With whom, I could vacation on the sea,
    In sickness and in health, – as it should be…
    Yet, feel no love at all at any rate…

    So few with whom I’d like to share desires!
    Gaze at the sky, with clouds drifting slow,
    And write the words of love upon first snow,
    And always think of only them, and know
    No other bliss to which I could aspire.

    So few with whom my silence could be shared,
    Who’d understand by gazing at my eyes,
    To whom I’d give my years without a care,
    For whom, I would accept as though prize,
    Whatever punishment, whatever pain to bear…

    And so it goes, one long and common thread –
    First meetings – carefree, break-ups – ever mild…
    Because there are so many there to take to bed,
    And yet so few to wake to all the while…

    There are so many I could take to bed…
    So few with whom I’d wake up feeling closer…
    And life – it takes and weaves us like a thread…
    Throws us together, guessing on a saucer.

    We toss and turn: – jobs… daily cares… and din…
    He who would like to hear must learn to listen…
    While on the run, you’ll only notice skin…
    Slow down a bit… and see the soul you’re missing.

    We make our choices with both heart and mind…
    At times, afraid to smile at a smile,
    But we reveal our souls to those we find
    Whom we would like to wake to all the while…

    By Eduard Asadov
    Translation by Andrey Kneller

  20. In dieser Gesellschaft wo Respekt in jeglicher hinsicht, ein Fremdwort ist. Wo ehrlichkeit und treue nur geheuschelt wird und heiraten zum wertlosen Volkssport wird. Diese sogenannte spaßgesellschaft, geprägt von konsumgeilheit und Intoleranz.
    Macht es ,egal dabei was : Partner, Haustiere, Geräte , Freunde und und und Zicken und wird zur Arbeit endledigt man sich von diesen Problem. Nicht selten ist die neue bequeme Lösung ja nur ein klick entfernt , dank dem tollen Internet.
    Beim besten Willen, ich kann mit dieser Art und Weise nichts anfangen. Meine Familie hat mir noch werte vermittelt und gelehrt .Was wohl bei den Generationen nach mir , immer weniger der Fall wird. Das einzige wo die heutige Gesellschaft noch wirklich sich Mühe gibt und viel investiert. Das ist Geld und Konsum. Dafür arbeitet man bis zum Zusammenbruch aber nicht an einer Beziehung oder Ehe. Zum Glück habe ich dem Geld den rücken gekehrt, ein Stück Papier beherrscht nicht mein leben .
    Auch mit dieser neuen Art der emanzipierten Welt kann ich nichts abgewinnen.“ Liebe Damen viele von euch übertreiben es maßlos!“
    Wen ich den meine Meinung dazu gebe ,ist die häufigste Reaktion : „du bist altmodisch! “
    Ja ! ich habe noch werte in mein Leben !
    Ich bin oldschool und bin stolz darauf 😎😎

    1. Fand ich sehr gut: Auch mit dieser neuen Art der emanzipierten Welt kann ich nichts abgewinnen.“ Liebe Damen viele von euch übertreiben es maßlos!“
      Endlich sagt das mal jemand!

  21. Das mit dem Liebesding nehme ich so hin. Ansonsten gibt es einige Passagen, denen ich widersprechen muss. Außerdem fehlt dem Text der Tiefgang. Bis auf die GenY zu schimpfen mit all ihren Ausprägungen, wird nur ein Zusammenhang mit der Großeltern-Generation gebracht: Werte.
    Ich finde, dass gesellschaftliche Veränderungen, Schnelllebigkeit, Erwartungsdruck, Glibalisierung, usw. maßgeblich dazu beitragen, dass Werte, wie Oma sie hatte, heute nicht mehr von der Gesellschaft getragen werden – sonst wären sie ja wichtig und präsent.
    Und jeder, der hier schreibt, der Text hätte sie/ihn so sehr verändert: viel Erfolg beim durchsetzen und anwenden. Das ist nämlich nicht einfach, wenn man es 1. nie gelernt hat, 2. der Partner es nie gelernt hat und 3. niemand im Freundeskreis es gelernt hat. Das hemmt zur Umsetzung genauso wie die Tatsache, dass es sich in diesem Artikel wie Balsam liest, im realen Leben aber keiner trägt.
    Was ich aber unterschreibe ist, dass jeder gesagt bekommt, er könne was sein. Und das ist auch so, der GenY fehlt allerdings eine Fähigkeit: Dinge umsetzen. Jeder will den sixpack haben, aber nix dafür tun. Am Ende bleibt dann der Speckbauch mit dem Wunsch ein sixpack haben zu wollen. Das zieht sich durch alle Themen. Und Zack ist man wieder beim Thema Verantwortung. Das ist eine Passage des Artikels, wo ich ebenfalls mitgehe.

    Ein Artikel hilft nicht viel, erst recht nicht, wenn man mit dem Prügel versucht, (veraltete) Werte einer Beziehung darzustellen. Außerdem möchte ich erinnern, das bisher wenige der GenY so alt sind wie Oma. Also wo zum Teufel sollen sie wissen, was richtig ist, wenn es sonst auch niemand weis, außer Oma. Lasst die Menschen Erfahrungen machen, anstelle ihr Verhalten in jederlei Hinsicht scheiße zu finden. Fällt jemandem auf, dass nicht ein positives Quäntchen über die Generation erwähnt wird?
    Mir kommt es vor, als würde jemandem das Verhalten der GenY nicht gefallen und nimmt dazu das Thema Liebe und Beziehung. Das ist ein Dauerbrenner, alle aus der Generation haben das Thema auf dem Schirm, weil niemand über 35 ist. Jeder ist in der Findungsphase. So erreicht man natürlich viele Leaer. Oma hatte kein Internet, wo sie lesen konnte, dass Ihre Generation eigentlich scheisse ist und auch in der Liebe alles falsch macht. Vielleicht sind es Artikel wie diese, die zur Unsicherheit verhelfen und schöne Gedanken mit der Realität vermischen, sodass am Ende irgendwie keiner mehr weis, wie eine Beziehung so aussehen sollte.
    Am besten ist, man probiert den Schokoladenkuchen allein, ohne dass jemand einem das Rezept versucht vorzugeben.

  22. Wahre Zeilen.
    Tatsache ist wirklich, ob sich jemand mit dem anderen bis an sein Lebensende „abgeben“ muß oder möchte gerade inder heutigen Zeit. Oder wenn es im Inneren eines „Entscheidung treffenden“ nicht mehr nach: Ja! Ich will Dich! Schreit. Oder Nach:
    Ich will Dich immer. Mit Haut und Haaren. Mit all Deinen Macken und Liebenswürdigkeiten, die ich in den ersten 2 Jahren unseres Kennenlernens unter dem Deckmantel der Verliebtheit erkannt und ertragen habe. Ich kann Dich auch jetzt noch riechen. Dein Lachen animiert mich. Dein ständiges Schnarchen oder Schmatzen im Schlaf verschafft mir mehr Lebensqualität als wenn ich alleine bin. Dein Auftreten in der Öffentlichkeit ist mir in keinster Weise peinlich. Du kannst gar nicht aufdringlich genug sein, meine Privatsphäre beengen – ja, auch in einer Beziehung darf man sich etwas Privatsphäre gönnen.
    Wenn das alles noch stimmig ist, dann befürworte ich eine ellenlange Beziehung. Fehlt dem was, wie diese aufgezählten kleinen Dinge, dann ist eine Trennung unausweichlich. Dann lieber alleine glücklich als zu zweit unglücklich und einsam.
    Danke für diesen Artikel!
    LG, Chris

  23. Hallo Tara!

    Was für ein beeindruckender Text und er trägt so viel Wahrheit in sich. Du hast auf jeden Fall auch einen guten Schreibstil für solche tiefgründigen Themen.

    LG Steffi (Hauptstadt-Latina)

  24. Liebe Tara, was für ein geiler Artikel! Ich musste an vielen Stellen einfach nur schmunzeln und an den anderen Stellen nickte mein Kopf immer wieder nach Vorne und bejahte jede Aussage von dir.

    Ich weiß auch nicht, wann oder wie dieser Aberglaube entstanden ist, dass andere Menschen dafür verantwortlich sind, uns glücklich zu machen. Wir suchen unser Glück immer im Außen, im HÖHER-SCHNELLER-WEITER-MODUS. Dabei übersehen wir so oft das Offensichtliche: Unser Glück liegt in uns selbst. Nur wir sind dafür verantwortlich, ob wir glücklich sind oder nicht.

  25. Ich verstehe die leute nicht mehr, die solche artikel als so unglaublich lebensnah empfinden. Es ist blödsinn menschen zu pauschalisieren. Jeder mensch ist anders, dementsprechend ist jedes eigendtändige Individuum auch für sich selbst verantwortlich!
    Es ist auch nichts schlechtes daran, dass man „eigeprügelt“ bekommt, dass man alles schaffen kann im leben, dem ist nämlich zur heutigen Zeit einfach so.
    Die heutige zeit mit früher zu vergleichen ist schwachsinn, das sollte jeder wissen, dann könnte ich auch sagen, im „mittelalter“ war es noch leichter, denn man hatte ja keine große wahl…
    Aber mal im ernst, heutzutage gibt es eigtl nur wenig große probleme, in Sachen liebe. Da wäre einmal die falsche romantsisierte vorstellung einer beziehung ( a la disney), die vorstellung von „bis ans ende unserer tage“, denn dies rührt aus einer zeit, in der die menschen die 50 jahre meist kaum überschritten haben und die sie an eine ganz bestimmte doktrien fesseln sollten.
    Es gibt ein bestimmtes überangebot an stsrken Persönlichkeiten und im grunde ist es nichts schlechtes, immer weiter nach vorn streben zu wollen, wobei es utopisch ist zu denken, dass jeder seinen aktuellen partner gegen einen besseren eintauschen würde (sieht besser aus, mehr geld, usw.)
    Aus welchem fundus du deine halbwahrheiten auch immer beziehst, es sind lediglich fallbeispiele.
    Ein viel schwieriger punkt, ist zum beispiel die erwartungshaltung in einer beziehung, welche jeder, wenn auch unterbewusst an den tag legt. Das bild des idealen partners. Nur ist das so gut wie nie gegeben, was es uns selbst schwer macht, gewisse dinge zu akzeptieren. Wir sollten egtl nur lernen, an unserem falschen ideal von partner/in zu arbeiten, es klar für uns definieren und dann auch konsequent damit umzugehen.
    Aber alles in allem ist der artikel recht gut. Es kommt mir so vor, als wäre er aus einer „laune“ heraus entstanden und in einer Nacht- und nebel-aktion geschrieben worden, um sich selbst mal etwas luft zu machen. (Ist nicht negativ gemeint)
    Es wird auf jeden fall der zeitgeist getroffen! Und alle, die sich davon aus der seele gesprochen fühlen, haben somit die möglichkeit sich mal etwas stärker in der materie zu verlieren und grundsätzliche dinge für sich zu klären. Es ist auf jeden fall mal ganz interessant, die andere seite etwas zu beleuchten.
    Guter job! :)

    1. Ahm, ich habe mir dein Kommentar mal durchgelesen und muss sagen, das du versucht hast irgendwie intelligent zu klingen, dadurch aber so ein Wirrwarr dabei rauskam ,das es nicht so leicht ist zu verstehen ist was du jetzt eigentlich kritisch am Artikel betrachtest. Und deine Bewertung; der Artikel sei aus einer Laune heraus verfasst und gleiche einer Nacht- und
      Nebelaktion halte ich für absolut ungerechtfertigt. Rhetorisch gesehen gibt der Artikel einfach wesentlich mehr Sinn als das Vorbeigeschramme an vermeintlich tiefgründige Themen die du erwähnnst hast.

  26. danke für den bericht. aufgrund vieler internetkontakte aus sog. singlebörsen habe ich ähnliche erfahrungen gemacht. nur gehöre ich inzwischen der generation 50+ an. auch in diesem alter wollen alle eigentlich nur noch ihren spass, vorwiegend mit erheblich jüngeren partnern – die männer sowieso aber auch zunehmend die frauen. der partner wird eigentlich nur noch auf seinen körper und sex reduziert. nun gut, die männer suchen auch noch die perfekte hausfrau oder eine, die sie unterhält und bespasst. die frauen auch noch materielle versorgung.
    nur dann im falle einer krankheit oder anderem sind die partner wieder sehr schnell weg, keiner will hilfe leisten oder verantwortunng übernehmen. besser gesagt, ältere männer sind bei krankheiten oder einem unfall der partnerin in den meisten fällen höchst überfordert …
    deshalb folgt für mich, eine beziehung ist so etwas wie die kirsche auf der sahnehaube des lebens – schön, aber nicht unbedingt wichtig, wenn man freunde und verwandte hat.

  27. Hallo Tara, ich fand deinen Artikel höchst spannend und lehrreich, denn ich gehöre schon zu der älteren Generation (48 J.). Ich muss gestehen, dass ich vieles, was du beschreibst, auch bei den jüngeren Frauen wahrnehme, aber natürlich nur vorsichtig beurteile, denn ich gehöre schließlich nicht dazu, sondern bin stiller Beobachter.;)
    Interessanterweise erlebe ich bei den Frauen meiner Generation in meiner Arbeit (ich bin Coach) eher das Gegenteil: Sie tun sich sehr schwer damit, sich selber in den Vordergrund zu stellen, geben sehr viel, erwarten wenig zurück und meine Aufgabe ist häufig, Selbstbewusstsein, klare Haltung und Zuwendung zur Wichtigkeit des eigenen Lebens mit meinen Klientinnen herauszu“arbeiten“.
    Viele Frauen sind multi-tasking – propellerartig unterwegs, Kinder, Job und Mann zu bedienen und bleiben selbst auf der Strecke.
    Nachdem ich deinen Artikel gelesen habe, stellte ich mir da die spannende Frage, ob die jungen Frauen und Männer heutzutage eben genau dies nicht mehr wollen, sondern eine eigene Definition ihres Lebens, die sie aktiv und ich – bezogen (im positiven Sinne gemeint) mitbestimmen. Was ich sehr gut verstehen kann und richtig finde. Allerdings sind die von dir beschriebenen Auswüchse, nämlich Werteverlust, kein Durchhaltevermögen bei Schwierigkeiten und häufige Wechsel von Partnerschaften, Wohnorten, usw. natürlich auch kein erstrebenswertes Gut.
    In jedem Fall ein spannendes Thema, das ich gerne verfolge, angeregt durch deinen emotionalen und anregenden Artikel. Danke dafür! Herzliche Grüße, Dagmar

  28. Ja, Verantwortung ist ein Fremdwort geworden und „Schuld“ sind immer die Anderen, denn dann ist ja auch keine Selbstreflektion notwendig und damit keine Selbstkritik.
    Toller Artikel!!!

  29. Ich glaub, dass ich noch niemals einen so guten Beitrag und vor allem eine so treffsichere Reflexion der Generation Y im Bereich Liebe, gelesen habe! Bin sehr beeindruckt von deinen gekonnt auf den Punkt gebrachten Feststellungen der Probleme die die Generation Y hat. Ich halte mich für einen durchaus reflektierten, erfolgreichen jungen Mann der Generation Y und musste mit entsetzten feststellen, dass ich in jedem deiner Kritikpunkte einen Funken Wahrheit für mich fand. Großen Dank an dieser Stelle und Schreib weiter so. I will Follow 😉

  30. Dieser Text ist toll. Er spricht mir aus der Seele, wie es schon lang nichts mehr geschafft hat, und ich bin froh, zu lesen, dass auch andere so oder so ähnlich denken wie ich. Natürlich weiß man im Grunde, dass man mit seinen Gedanken nicht allein dasteht, doch hin und wieder braucht man darin auch einmal Bestätigung. Danke dafür.

    Eine kleine Kritik habe ich allerdings zu äußern. Denn dieser Text würde auf mich noch etwas mehr Eindruck machen, stünde er nicht unter dem Titel „Warum dich dein Partner nicht glücklich machen muss“. Du hast natürlich recht – ein Partner hat nicht die Pflicht, sich täglich zu vergewissern, dass man glücklich ist. Doch was soll man tun, wenn man – im Falle deiner Freundin über Jahre hinweg – nicht mehr weiß, ob man diesen Menschen noch als seinen Partner will und schließlich feststellt, dass er einem im Leben nicht sonderlich fehlen würde, wenn er ginge? Natürlich bedeutet eine gute, langlebige Beziehung immer eine Form von Arbeit, wenn auch eine sehr angenehme, denn nichts ist schöner als zu wissen, dass sich der Partner durch einen selbst am Ende des Tages besser fühlt als am Anfang? Aber was, wenn einen das Glücklich-Machen nicht mehr glücklich macht? Wenn im Leben viel zu früh ein Trott einkehrt und man irgendwann feststellt, dass das Leben, wie man es gerade führt, nicht das ist, das man bis an sein Ende führen möchte? Wenn man einen Job hat, der einen ernährt und mit dem man leben kann, dann kann man froh sein. Von einem Partner sollte man allerdings etwas mehr verlangen dürfen. Es soll der Mensch sein, neben dem man für den Rest seines Lebens einschläft, mit dem man sein Leben leben und vielleicht auch Kinder bekommen möchte. Er soll nicht perfekt und immer aufregend sein, aber doch die wichtigste Person im Leben bleiben. Wenn man irgendwann feststellt, dass das nicht funktionieren wird oder man sich damit nicht wohlfühlen würde, soll man es dann einfach hinnehmen?
    Wie in deinem Text schon (wenn auch in eher negativem Kontext) steht: Früher waren die Zeiten einfach anders. Ich finde nicht schlimm, wie es früher war – ich war nicht dabei, aber mein Eindruck ist, dass die Menschen sich wesentlich mehr darum bemüht haben, nur speziellen Menschen diese extreme körperliche und geistige Intimität zukommen zu lassen, die man heute sehr viel schneller anbietet. „Früher“ bedeutet aber nun einmal auch eine Zeit, in der es einfach verpönt war, sich scheiden zu lassen. Wenn sich der Partner irgendwann nun einfach als elendes Arschloch oder lästige Zimtzicke entpuppte, dann hatte man den Salat, ganz zu schweigen davon, in welchem Alter damals für gewöhnlich geheiratet wurde. Es ist gut, dass das heute anders ist und man auch nach der Wahl seines Partners noch die Möglichkeit hat, sein Leben neu zu gestalten.
    Was man eher anprangern sollte ist, dass die Wahl des Partners heute so schnell abgeschlossen ist. Viele kennen sich gerade mal ein paar Wochen und beschließen, sich zu lieben, manche denken nach einer gemeinsamen Nacht schon, sie hätten einen neuen Menschen an ihrer Seite, obwohl sie den, der da liegt, erst am Abend vorher aufgegabelt haben. Würde man sich mit solchen Entscheidungen mehr Zeit lassen und wieder lernen, was der Unterschied ist zwischen „jemanden mögen“ und „jemanden lieben“, dann könnten wohl auch viele dieser Trennungen vermieden werden, die dir so missfallen. Im Falle deiner Freundin allerdings, die dich offenbar zum Schreiben dieses Artikels inspiriert hat oder zumindest der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, erweckt es nach dem, was du geschrieben hast, ganz den Anschein, als hätte sie sich lange genug Gedanken dazu gemacht, wie es weitergehen soll, und ich denke, unter diesen Umständen kann man den Schluss, zu dem sie gelangt ist, respektieren.
    Übrigens: Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Menschen sich im Schnitt alle sieben Jahre irgendwie verändern. Das stimmte bisher bei mir, einem sehr engen Freund von mir, der auch einmal mehr war als das, bei meiner Schwester und einem sehr guten Freund aus der Kindheit. Auch meine Eltern haben sich im laufe der Zeit verändert, alle beide. Bei ihnen ist es gut gegangen, bei mir und besagtem engem Freund nicht. Menschen ändern sich, und nicht immer passen sie hinterher noch so gut zueinander wie vorher. Das sollte man berücksichtigen, bevor man sich ein Urteil über Beziehungen erlaubt, die nach langer Zeit auseinander brechen.

    1. Naja, wenn du zu hohe Erwartungen an deinen Partner hast und diese auf Dauer nicht erfüllt werden (Beispiel: Pünktlichtkeit, Dinge planen und organsieren, oder auch genügend Zuwendung), kann man sich doch gewisserweise unglücklich in der Beziehung fühlen. Wenn man die Erwartungen also auch nicht zu hoch schraubt, kann man auch nicht enttäuscht werden.

  31. Moin Tara,

    Kein Plan was ich zu dem Text groß sagen kann außer saugut! Höher, schneller, weiter und das immer und zu jeder Zeit. Ich sehe das leider auch oft, dass Bekannte und Freunde tolle Beziehungen wegwerfen, weil da irgendwo noch was besseres sein muss.

    Ich hoffe viele Leute lesen deinen Artikel.

    VG
    Alexander

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