„Welche Mächte formen Dich?“ Dieser Frage wird dem Besucher bei der Ausstellung  „Star Wars Identities“ in der kleinen Olympiahalle in München gestellt, die am 14.05.2016 ihre Pforten öffnete. Eine galaktische Reise zu sich selbst.

Ausgestattet mit einem Funk-Armband und einem Audioguide betrete ich die Ausstellungshalle. Wie erwartet herrscht Dunkelheit, die mit Lichteffekten durchbrochen wird. Und schon fühlt man sich in eine Galaxie versetzt. Angenehm ist, dass ich den Audioguide nicht bedienen muss. Betrete ich einen markierten Bereich, läuft er automatisch. Nur mit dem Armband muss ich aktiv werden. Mit Freude werde ich es tun und ich bin mir sicher: auch einem Star Wars Laien oder Nicht-Fan bereitet der Rundgang ein Vergnügen.

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Die Ausstellung ist wunderbar interaktiv und lädt den Besucher dazu ein, sich selbst zu erkennen. Ich werde mit einbezogen in die Vater-Sohn-Geschichte von Luke und Anakin Skywalker. An zehn Stationen wird ihr Lebensweg erzählt. Wie wurden sie beeinflusst, inwiefern hat das ihre Charaktere geprägt? Neben den gezeigten Szenen aus den Filmen liefern renommierte Wissenschaftler aus (Neuro-)Psychologie, Genetik und Biochemie Erklärungen dazu.

So lerne ich was über mich kennen. Das kann ich gleich umsetzen und meinen eigenen Star Wars Helden erschaffen.  In den drei Bereichen „Ursprung“, „Einflüsse“ und „Entscheidungen“ beantworte ich 9 Persönlichkeitsfragen, um bei der zehnten und letzten Frage zu entscheiden, ob ich mich der hellen oder dunklen Seite der Macht anschließen würde. Es gibt genug Eingabemöglichkeiten, so dass man nicht lange an den jeweiligen Stationen warten muss. Manchmal muss ich schmunzeln, wenn der Gast vor mir die Hand so verdeckt, dass ja keiner lesen kann, was er eingibt – oder Nerds miteinander lauthals diskutieren, welche Auswahl die korrekteste sei, damit sie den größten Sinn macht.

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Ich bin da spontaner und gehe wie immer nach meinem Herzen. Das fängt schon bei der Namensgebung an: „Wähle Deinen Namen“. Ich entscheide mich ganz schnell und intuitiv für eine Komponente von den ersten zwei Buchstaben der beiden Nachnamen meiner Vorfahren und setze sie einfach zu einem Wort zusammen. Hört sich gut an und ist kurz und knapp. Für meine schnelle, nicht vorher erdachte Lösung würde mich einer der Nerds wahrscheinlich Darth Vader zum Fraß vorwerfen.

An manchen Stationen gibt es eine große Wand, bei der man sich u.a. aussuchen kann, welches Wesen man gerne sein würde. Ich beobachte Gäste, die verkrampft ihren persönlichen Helden wählen und dabei versuchen, möglichst unauffällig zu bleiben. So ist diese wunderbare Ausstellung auch ein wahres Entdeckungs-Eldorado ins Herz unserer Gesellschaft. Ach, was sind wir doch verkrampft! Dabei geht es uns so gut – wir sind frei und können kreativ sein!

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Ich zumindest bin glücklich unter diesen 200 Original-Kostümen, Requisiten, Modellen und Kunstwerken, worunter sich etliche Schätze befinden, wie original gezeichnete Entwürfe von Filmfiguren. So oft es nur geht mache ich grinsende Selfies von mir und das so lange, bis ich den Shot habe, den ich mir vorstelle. Keiner bleibt davon verschont: Meister Yoda, mein persönliches Vorbild, Darth Vader, R2-D2. Ich ernte verärgerte, genervte, aber auch neidvolle Blicke, weil ich mich so frei bewege und dabei noch wohl fühle.

Man erfährt auch viel über die Entstehung der Filme und der darin agierenden Figuren. Einstein diente als Vorbild für Yoda, die ersten Entwürfe von Darth Vader sahen ganz anders aus als wie wir ihn kennen. Und was war Prinzessin Leia schlank! Das verrät übrigens ihr Hosenkostüm, das auch ausgestellt ist.

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Natürlich entscheide ich mich bei der letzten Frage für die helle Seite der Macht. Ich bin nun mal ein eingefleischter Revoluzzer, dem Frieden und Gerechtigkeit an erster Stelle stehen. Die Figur, die man sich an den zehn Stationen zusammengebastelt hat, erscheint ganz groß auf einem Screen. Man kann sie sich per Mail schicken lassen.

Ich bin eine weibliche Wookiee namens Siah, die viel Zeit mit Yoda verbracht hat. Dann steht da noch: „Die Macht ist stark in mir: deswegen hat der Imperator nach mir gesucht und mir unbegrenzte Macht für meine Gefolgschaft angeboten. Ich kämpfte gegen die Versuchung an, ihm und seinen fiesen Schergen zu folgen und schlug sein Angebot aus.“ Möge diese starke Macht gegen das Böse immer mit mir sein!

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Wer Lust bekommen hat, diese wirklich sehr sehenswerte Ausstellung zu einem eigenen Erkenntnisweg werden zu lassen – oder einfach nur einen gelungenen Nachmittag verleben möchte: Infos zur Ausstellung gibt es unter www.starwarsidentities.de

 

Bilder: Mirella Sidro

Written by Mirella Sidro

Mirella Sidro ist Diplom-Journalistin und Doktorantin der Ägyptologie aus Deutschland. Ihre Eltern stammen aus dem ehemaligen Jugoslawien, daher die Liebe zum Balkan. Sie möchte die Kultur Balkans, aber auch seine politischen Ereignisse und ihre Bedeutung innerhalb Europas und der Welt den Lesern näher bringen.

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