Vielleicht sind Ihnen Dachhasen ein Begriff, aber von Dachkaninchen haben Sie garantiert noch nie gehört. Und doch gibt es sie: in 91 Stufen Höhe mitten in Mannheim. Die Texterin Kathrin Hentzschel (textideen.com) hält sie das ganze Jahr über so artgerecht wie möglich, freilaufend auf ihrer Dachterrasse. Die Kaninchenmutter wurde hochschwanger aus einer privaten Schlachterei gerettet und vier der überlebenden Kleinen bewohnen jetzt das luftige Zuhause.

»Den Kaninchen zuzuschauen ist besser als fernsehen. Dabei kann ich wunderbar abschalten«, sagt Kathrin Hentzschel. Als Gegenleistung sammelt sie abseits der Straßen Klee, Löwenzahn, Birken-, Hasel- und Eichenzweige für ein abwechslungsreiches Nager-Nahrungsangebot.

Aber auch sonst ist die Dachterrasse für Kathrin Hetzschel ein wahres Paradies. Es gedeiht so ziemlich alles dort, was Sonne liebt. Kathrin hat es geschafft, dass nahezu ganzjährig immer etwas blüht. Es beginnt im Januar mit dem echten Jasmin und geht bis Oktober / November mit Tagetes und Löwenmäulchen. Auch Tomaten und Auberginen und Rosen wachsen dort in Kübeln. Gedüngt wird biologisch: Es steht immer ein Eimer mit Brennnesseljauche bereit.

Wie schaffe ich mir meine eigene Kaninchen-Oase?

Falls Sie jetzt auf den Geschmack gekommen sind, und sich eine eigene Kaninchenoase im Garten, auf einer Dachterrasse oder auf dem Balkon schaffen möchten, sollten Sie einiges beachten.

Achtung: Extremwetterlagen!

Ein Balkon sollte groß genug sein, damit die Kaninchen herumlaufen können, ohne Gefahr zu laufen, von Menschen oder Gartenmöbeln erdrückt zu werden. Balkongeländer, die häufig nur aus Gitterstäben bestehen, sollten mindestens 50 Zentimeter hoch (lieber höher) mit Kaninchendraht und / oder einer Holzverkleidung gesichert werden, damit die Tierchen nicht hinausfallen können. Das gilt natürlich auch für die Umrandung von Dachterrassen. Haben Sie einen Südbalkon, sollten Sie lieber keine Kaninchen dort halten, da die Tiere bei Sommerhitze in Lebensgefahr sind. Da nützt auch kein Holzhäuschen als Höhle. Auf jeden Fall sollten sie bei Extremwetterlagen in Räume mit gemäßigter Temperatur gebracht werden, bzw. durch eine Katzenklappe in den Wohnraum ausweichen können.

Pflanzenschutz

Die Pflanzen auf Kathrin Hetzschels Terrasse gedeihen nur, weil in diesem Fall nicht die Tiere, sondern die Pflanzcontainer eingezäunt wurden. Kaninchen – vor allem unkastrierte Weibchen – buddeln gerne und außerdem knabbern sie alles Grünzeug an, egal, ob es für sie bestimmt ist oder nicht. Sie können die Pflanzen schützen, indem Sie eine Lage Kaninchendraht rund um die Töpfe wickeln und gut sichern. Zum Buddeln können Sie den Nagern Blumenkästen zur Verfügung stellen, die sie mit ungedüngter Gartenerde füllen.

Fotos: Kathrin Hentzschel

Written by Petra A. Bauer

Petra A. Bauer ist Schriftstellerin, Journalistin und bloggt zu den Themen Schreiben, Garten und berufstätige Mütter. 2010 schrieb sie eine Kolumne in der Berliner Zeitung.

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