Elif Kahnert wollte sich nicht mehr mit den Nachrichten zufrieden geben. Mit den täglichen Schnipseln aus Hoffnung, Verzweiflung und Matsch. Also hat sich die Bloggerin und Lehrbeauftragte persönlich auf den Weg nach Griechenland gemacht. Für seinsart bloggt sie aus dem Brennpunkt von Europa: Idomeni mon amour.

 

Elifs Erlebnisse in zeitlicher Reihenfolge:

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Tag 1: Nicht länger auf dem Trockenen | Schreib, warum du hinfährst, wurde mir gesagt und schien mir auch einleuchtend. Dir als Leser meine Beweggründe zu beschreiben. Warum ich an die griechisch-mazedonische Grenze nach Idomeni gekommen bin. Normalerweise fallen mir zu so einer Frage intuitiv viele Gründe ein, die ich hier auflisten könnte. Doch stattdessen frage ich mich: Warum fahren nicht viel mehr Menschen hier her? Oder in andere Camps und Lager?


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Tag 2: Die letzte Raststätte der Hoffnung | Man muss nicht in Idomeni am Camp ankommen, um zu sehen unter welchen Umständen Menschen hier leben. Die Raststätte in Polykastro ist ein Beispiel von vielen. Mitten auf der Autobahn, 20 Minuten Fahrt vor Idomeni, wohnen Geflüchtete mit ihren Kindern direkt an der Autobahn. Darf man dazu ‚wohnen‘ sagen? Auch ‚leben‘ scheint mir unpassend. Während ich hier sitze, fehlt mir das passende Verb, um auszudrücken, was ich beschreiben möchte.


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Tag 3: Die Heldinnen von IdomeniKeine Flüchtlingsgruppe sollte gegen die andere ausgespielt werden. Dennoch sehen sich Frauen und Mädchen mit anderen Schwierigkeiten konfrontiert als die Männer, die hier leben. Es beginnt mit der Versorgung der Kinder, der Hygiene des Frauenkörpers, des Ausgeliefertseins der allein geflüchteten Frauen und Mädchen. Frauen fliehen aus den gleichen Gründen wie Männer – vor Krieg und politischer Verfolgung. Frauen fliehen aber auch vor Zwangsheirat, Verfolgung und Genitalverstümmlung.


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Tag 4: Leben wie ein Mensch |  Warum kommt Ihr nach Europa? fragt unsere Autorin die Flüchtlingsjungs, die sie im Camp von Idomeni als freiwillige Helfer kennenlernt. Hat Euch die Türkei nicht ausreichend Schutz zu bieten? Was sie daraufhin hört und erfährt, schildert sie im vierten Teil ihres eindrucksvollen Vor-Ort-Berichts aus dem Schicksalsort Europas. 


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Tag 5: Nischenfüller für ein soziales Desaster | Die Spatzen pfeifen es von allen Dächern: Europa zerfällt zunehmend in zwei Lager. Doch der Teilung in „Gutmenschen“ und „Patrioten“ an den Wahlurnen steht noch eine viel schmerzhaftere Lagerbildung gegenüber: die, die im Internet den Untergang des Abendlands an die Wand malen – und die, die dessen Werte in der Praxis verteidigen – als freiwillige Helfer.


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Tag 6: Am Sonntag kommt die NATOElif Kahnert haben die Menschen von Idomeni nicht losgelassen. Auf das Gerücht hin, das autonome Camp an der mazedonischen Grenze solle nun durch Truppen der NATO geräumt werden, macht sie sich noch einmal auf den Weg in den Ort der letzten Hoffnung. 


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Tag 7: Miteinander lebenBerichten zufolge liefen die ersten Vorbereitungen, um seit heute morgen das Camp von Idomeni zu räumen, bereits am gestrigen Nachmittag an. Hundertschaften der griechischen Polizei zeigten Präsenz, um den Willen der letzten noch verbliebenen Vertriebenen zu brechen. Ist Wegsperren und aus der Schusslinie der Kamera Verbannen wirklich der richtige Ansatz für eine Union, die sich als Anwalt der Menschenwürde versteht?


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Tag 8: Khadijas Kampf gegen die ZeitElif Kahnert beschließt ihr eindringliches Porträt des Lagers und der Menschen von Idomeni mit der Geschichte einer außergewöhnlichen Frau. Wer Khadija gehört hat, kann nicht vergessen, wie sich in Zeiten von Krieg und Vertreibung Normalität und Chaos, Allzumenschliches und Ungeheures zu vermischen beginnen. Idomeni ist nicht mehr – die Menschen aber, die hier Zuflucht gesucht haben, bleiben eine offene Wunde für uns.


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Bilder: Elif Kahnert

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