Muhammad Ali
* 17. Januar 1942 in Louisville, Kentucky als Cassius Marcellus Clay Jr.
† 3. Juni 2016 in Scottsdale, Arizona

Wer davon träumt, mich schlagen zu können,
sollte aufwachen und sich für diesen Gedanken entschuldigen!
(Muhammad Ali)

Eigentlich heiße ich gar nicht Hammed. Ich heiße Muhammed Ali. Fast wie du also.
In meiner Kindheit haben die Freunde meines Vaters mich immer Muhammed Ali Klein genannt. Das habe ich nie verstanden, bis ich dann ein junger Mann wurde und von dir erfuhr.

Wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten kam ich nicht drum herum, mich vor deinen Leistungen und deiner Persönlichkeit zu verbeugen. In sportlicher Hinsicht, aber auch durch dein politisches Engagement warst du ein Vorbild und hast den Menschen Kraft, Ausdauer und Hoffnung vorgelebt. Afro-Amerikaner berufen sich noch heute auf Michael Jackson – und dich. Du hast ihnen gezeigt, dass sie nicht weniger wert sind als andere.

Polarisieren kann keiner – du konntest das auch. Damit hast du es in jedes Herz auf der Welt geschafft. Menschen haben ihre Kinder und andere Dinge nach dir benannt. Ganz gleich, welcher Abstammung oder welcher Gesinnung er war. Insgeheim wollte jeder einmal Muhammad Ali sein. Bestimmt auch deine Gegner.

Jeder wollte früher immer Rocky sein. Doch Rocky selbst hatte ein Poster von Muhammad Ali in seinem Schlafzimmer hängen.

Große und starke Männer wie Joe Frazier und George Foreman sind von deiner Hand runter gegangen. Du hast sie alle lang gemacht. Mit der Hand. Und mit deiner Zunge hast du noch ganz andere Widersacher, Neider und kritische Wegbegleiter in die Leinen geschickt. Deinen „Sklavennamen“ Cassius Clay hast du 1975 abgelegt, weil du von Freiheit träumtest.

Deine Entscheidung, den Wehrdienst zu verweigern, hat dich deine Boxlizenz gekostet – weil es damals in den USA eine Straftat war. Für drei ganze Jahre. Es hat den Menschen aber auch die Idee der Hoffnung vermittelt. Auf der ganzen Welt in jedem Winkel dieser Erde haben sich Menschen dafür mit dir solidarisiert. Selbst Sportler aus anderen Sportarten haben sich an dir orientiert.

Wenn es Muhammad Ali nicht gegeben hätte,
wäre ich der beste Sportler aller Zeiten.
(Zlatan Ibrahimovic, schwedischer Fussballstar)

Durch deine außergewöhnlichen Leistungen im Sport hast du dir selbst die Tür in alle Welt geöffnet. Und so wurdest du zu einem politischen Sprachrohr, verkehrest mit Regierungschefs und Präsidenten.

Heute bist du von uns gegangen. Millionen Menschen ziehen ihren Hut vor dir. Doch du willst deinen Hut nur vor einem ziehen. Möge er dich zu einem Bewohner seiner Gärten machen!

Schlaf gut, Champ!
Hammed Khamis

 

Bild:  Dutch National Archives, The Hague, Fotocollectie Algemeen Nederlands Persbureau (ANEFO), 1945-1989, bekijk toegang 2.24.01.04 Bestanddeelnummer 924-3060

 

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Written by Hammed Khamis

Hammed Khamis wuchs in einer westdeutschen Gastarbeitersiedlung auf. Der Streetworker und Journalist ("Ansichten eines Banditen") setzt sich besonders für die Integration Jugendlicher mit Migrationshintergrund ein.

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