Was tun, wenn man neu ist in einer Stadt? Wenn die beste Freundin mit Kind und Kegel 200 km weiter zu ihrem neuen Partner gezogen ist? Wenn der Kumpel einen neuen Job begonnen hat und keine Zeit mehr findet? Oder wenn sich die Lebensumstände so ändern, dass Freundschaften auseinandergehen?

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wäre es heute sogar schwieriger, neue Freunde zu finden als früher. Doch das stimmt nicht. Es ist nur anders geworden, weil sich unsere Gesellschaft und ihre Werte verändert haben. Unser Leben ist vielseitiger und variabel geworden: Die Jobs werden häufiger gewechselt, die Wohnungen ebenfalls, das gleiche gilt für Partnerschaften. Ebenso wie sich die äußeren Umstände häufig verändern, kommt auch Bewegung in den eigenen Bekanntenkreis.

Wer umzieht, muss sich in der neuen Umgebung ein neues soziales Netz aufbauen. Wer sich vom Partner trennt, verliert oft auch einen Teil der gemeinsamen Freunde. Dazu wird die Herkunftsfamilie immer kleiner und die Rolle der besten Freundin oder des Freundes wird nicht mehr oft von den Geschwistern abgedeckt. Noch vor 30 Jahren wohnten die Familien nah beisammen, Eltern und erwachsene Kinder oft im gleichen Haus. Heute schrumpft die klassische Familie auf Mami, Papi und ein bis zwei Kinder. Oder eben nur Mami oder Papi und ein bis zwei Kinder.

Umso wichtiger wird die Familie der eigenen Wahl: die Freunde, die man sich aussucht und denen man vertraut. Das Schöne daran: Wir haben heute so viele Möglichkeiten, unsere Wahlfamilie zu erweitern wie noch nie zuvor!

 

10 Tipps, wie Sie Ihren Bekanntenkreis erweitern und neue Freunde finden:

  • Laden Sie Ihre Freunde ein und bitten Sie jeden einzelnen, jemanden, den Sie noch nicht kennen, mitzubringen. Das bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihren Bekanntenkreis zu erweitern und dabei erst einmal unverbindlich zu bleiben.
  • Bei einem Ortswechsel: In jeder größeren Stadt gibt es Gruppen, die auch im Internet vertreten sind, oft auch bei Facebook: Neu in Berlin, Neu in Köln, Neu in Hannover. Über diese Portale verabreden sich Menschen, die Anschluss in einer neuen Stadt suchen, zu gemeinsamen Unternehmungen. Machen Sie einfach mit!
  • Suchen Sie sich Gleichgesinnte für Ihre Hobbys. Ob es ein lokaler Verein ist, der VHS-Kurs über Malerei oder das Fußballspiel einmal die Woche – erkundigen Sie sich über die lokalen Freizeitangebote in Ihrer Nähe und probieren Sie sie einfach aus!
  • Lassen Sie sich finden: Schalten Sie eine Kleinanzeige entweder in den lokalen Printmedien oder im Internet, mit der Sie Freunde suchen.
  • Über „Spontacts“ oder andere Freizeit-Apps verabredet man sich ganz entspannt über Handy zu Freizeitaktivitäten wie zum Beispiel zu einer Kneipentour, einem Theaterbesuch oder einem gemeinsamen Kochkurs, neue Leute kennenlernen inklusive.
  • Wer Gutes tun und gleichzeitig seinen Bekanntenkreis erweitern möchte, kann beides hervorragend mit einem Ehrenamt abdecken: Um einen guten Überblick über Angebote in Ihrer Nähe zu erhalten, googeln Sie einfach „Ehrenamt“ und Ihre Stadt oder Ihren Landkreis.
  • Pflegen Sie Ihre neuen Bekanntschaften. Lassen Sie häufiger was von sich hören und nehmen Sie es dem anderen nicht gleich übel, wenn er sich nicht so häufig meldet wie Sie.
  • „Früher haben wir uns toll verstanden, doch dann leider aus den Augen verloren…“ – das muss nicht so bleiben: „Reaktivieren“ Sie alte (Schul-)Freunde. Über soziale Netzwerke wie Facebook, Google, Flickr oder Xing können Sie sich in Windeseile mit Ihrer alten Klasse oder den früheren Arbeitskollegen verlinken und die Bekanntschaft erneuern.
  • Die Dauerbrenner: Freundschaften am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft. Falls Sie nicht zu den Leuten gehören, die eine strenge Trennung zwischen Beruf und Privatleben bevorzugen, dann schauen Sie sich auf Ihrer Arbeit um. Gehen Sie mit der Kollegin, mit der Sie sich besonders gut verstehen, doch einmal einen Kaffee trinken. Oder laden Sie den netten Nachbarn, mit dem Sie sich häufiger unterhalten, auf ein Glas Wein zu sich ein.
  • Das Wichtigste von allem: Werden Sie aktiv! Es wird nicht viel passieren, so lange Sie darauf warten, dass es sich irgendwie schon von selbst ergibt. Manchmal ist das so. Aber dafür brauchen Sie nun wirklich einen langen Atem. Wir alle haben Angst vor Ablehnung und das hindert uns manchmal daran, auf andere Menschen zuzugehen. Anders funktioniert es aber nicht, also nehmen Sie Ihr Schicksal selbst in die Hand, halten Sie die Augen offen, ergreifen Sie Gelegenheiten und Chancen, die sich Ihnen bieten. Jede neue Bekanntschaft ist eine neue Erfahrung: manchmal interessant, manchmal herausfordernd, manchmal einfach nur schön – und manchmal wird eine lebenslange, innige Freundschaft daraus!

 

Bild: Ben Kerckx

 

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Written by Michelle Schopen

Michelle Schopen ist seit 25 Jahren in den Medien tätig, zuerst als TV-Aufnahmeleiterin und Autorin, seit 2003 als freie Journalistin zu den Themen Psychologie, Gesellschaft, Kultur und Spiritualität.

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